Weibliche Wege in die Wissenschaft: Videostatement zur Podiumsdiskussion an der Bucerius Law School vom 24. Mai 2017

 

Am 24. Mai 2017 veranstalteten das Gleichstellungsreferat der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg, die Bucerius Law School und der Bucerius Alumni e.V. gemeinsam eine Podiumsdiskussion zum Thema „Weibliche Wege in die Wissenschaft“. Im Fokus stand die Frage, warum der Professorinnenanteil in den Rechtswissenschaften deutlich unter dem allgemeinen Schnitt liegt, während er Anteil weiblicher Studierender kontinuierlich zunimmt.

Die Veranstaltung begann mit einer Analyse der bestehenden Hindernisse für Frauen. In einem Videostatement von Prof. Emanuel Towfigh wurde darauf hingewiesen, dass schon im ersten Staatsexamen ein Geschlechtereffekt zu erkennen sei. Prof. Dr. Emanuel Towfigh stellte seine rechtsempirischen Forschungen im Hinblick auf Geschlechtereffekte in der Benotung im ersten Examen vor: Er legte dar, dass seinen Daten zu Folge ein Geschlechtereffekt sowohl im Hinblick auf die Leistungsentwicklung in Examensvorbereitungskursen als auch bezüglich der Benotung im ersten Staatsexamen feststellbar sei, der sich in der mündlichen Prüfung nochmal verstärke. Danach schnitten Frauen, die dieselbe Abiturnote wie Männer haben, statistisch im Schnitt schlechter in den Examensprüfungen ab. Towfigh nimmt an, dass die Ursachen dieses Geschlechtereffektes multifaktoriell sind. Einer der Gründe könnte – seinen Zahlen zufolge – darin bestehen, dass Frauen sich weniger oft in kompetitive Gruppen einordneten. Würden sie dagegen bewusst in kompetitive Situationen gebracht oder etwa gleich oft im Rahmen von Vorlesungen beteiligt, erreichten sie in der Regel ähnliche Ergebnisse wie ihre männlichen Kollegen mit gleicher Schulabschlussnote.

Eine Zusammenfassung der ganzen Diskussion ist auf der Webseite der Bucerius Law School einsehbar.