Am 28. März 2026 hielt Prof. Dr. Emanuel V. Towfigh eine Keynote beim »Sci-Tech Governance Under the Rule of Law« Forum, das im Rahmen der Jahreskonferenz des Zhongguancun Forums 2026 in Peking stattfand. Das Forum, das in diesem Jahr zum dritten Mal ausgerichtet wurde, ist eine gemeinsame Veranstaltung des Beijing Municipal Bureau of Justice, der Beijing Municipal Science & Technology Commission / Administrative Commission of Zhongguancun Science Park und der juristischen Fakultät der Tsinghua-Universität. Es versammelte hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der chinesischen Justiz, Regierung, Wissenschaft und Technologiebranche, um aktuelle Fragen der rechtlichen Steuerung neuer Technologien zu diskutieren.
In seinem Vortrag mit dem Titel »Navigating Europe’s AI Governance Challenges: Digital Autonomy, Public Discourse and Equitable Distribution of Welfare Gains« beleuchtete Prof. Towfigh drei eng miteinander verknüpfte Dimensionen der KI-Governance aus europäischer und insbesondere deutscher Perspektive: die Sicherung digitaler Souveränität angesichts der Dominanz weniger globaler Technologieunternehmen, die Risiken algorithmischer Systeme für den demokratischen öffentlichen Diskurs sowie die Frage, wie die durch KI erzielten Produktivitätsgewinne breiter in der Gesellschaft verteilt werden können, statt nur einer kleinen Gruppe von Akteuren zugutezukommen. Er plädierte dafür, dass Europa einen eigenständigen und zugleich offenen Ansatz der KI-Governance verfolgen müsse — einen, der transnationale Zusammenarbeit ernst nimmt und gleichzeitig europäische Grundrechte konsequent schützt — und dass gleichgesinnte Staaten enger zusammenarbeiten sollten, um zu zeigen, dass eine wertebasierte, rechtsstaatlich fundierte KI-Governance nicht nur notwendig, sondern auch umsetzbar ist.
Weitere Keynote-Vorträge hielten unter anderem Cui Guobin, Dekan der Juristischen Fakultät der Tsinghua-Universität; Ren Xuefeng, Vizepräsident des Hohen Volksgerichts Peking; sowie Tian Xianghong, stellvertretende Generalstaatsanwältin der Volksstaatsanwaltschaft Peking. Im Anschluss an die Vorträge fand eine Podiumsdiskussion zum Thema »Law for AI, AI for Law« statt. Das Forum wurde vom chinesischen Nachrichtensender CCTV13 übertragen.







