Neuer Senatssaal
Albertus-Magnus-Platz
50931 Köln

WARUM DIESE TAGUNG
Das Religionsverfassungsrecht befindet sich in einer Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs. Längst ist das Wort „Staatskirchenrecht“ zur Problemanzeige geworden. Es geht nicht mehr nur um die chrístlichen Kirchen, auch nicht nur um andere, meist kleinere christliche Religionsgemeinschaften. Es geht vor allem um andere Weltreligionen – neben dem Judentum insbesondere den Islam -, deren Besonderheiten juristisch immer noch zu wenig berücksichtigt werden. Der Einfluss der großen Kirchen ist zwar, gemessen bspw. an der Zahl der kirchlichen Einrichtungen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich, weiterhin beträchtlich. Aber die rasant abnehmenden Mitgliedszahlen werden die politische und ökonomische Macht der Großkirchen deutlich reduzieren. Hinzu kommt im Zuge des Skandals sexualisierter Gewalt eine neue Sensibilität für das Verhältnis von Macht und Religion, insbesondere im Hinblick auf religiös motivierten Machtmissbrauch, der auch durch juristisches Denken kaschiert werden kann.
Die Tagung will zur Neuorientierung beitragen, indem sie den juristischen Reformbedarf in brisanten Feldern des Religionsverfassungsrechts benennt (Selbstbestimmungsrecht, Körperschaftsstatus, Konkordate/Kirchenverträge, Beichtgeheimnis, Datenschutz, Arbeitsrecht, Rechtsschutz). Die Tagung wendet sich an alle, die in Wissenschaft, Staat und Religionsgemeinschaften mit dem Religionsverfassungsrecht befasst und an einer Weiterentwicklung der religionsverfassungsrechtlichen Debatte interessiert sind.
Die Veranstalter begrüßen insbesondere die Teilnahme von wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Promovierenden, denn sie werden die künftige Debatte prägen. Die Tagung versteht sich als Auftakt zu einer neuen Tagungsreihe, die in Zukunft Fragen zu Staat und Religion nachgehen soll.
VERANSTALTER
Prof. Dr. Stephan Rixen
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Institut für Staatsrecht
Universität zu Köln
Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Muckel
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Institut für Religionsrecht
Universität zu Köln
