Dissertation von Dr. Alexander Gleixner bei Mohr-Siebeck publiziert

In der Schriftenreihe Diversität und Gleichheit im Recht von Mohr-Siebeck ist die erste Publikation – die Dissertation von Dr. Alexander Gleixner open access erschienen.

Alexander Gleixner, Anspruch auf diskriminierungsfreie Verfahrensgestaltung, Mohr-Siebeck, 2026.

Art. 3 GG garantiert die Gleichheit aller Menschen als zentrales Versprechen des demokratischen Rechtsstaats. Alexander Gleixner zeigt, dass dieses Versprechen nur eingelöst werden kann, wenn auch das Verfahrensrecht diskriminierungsfrei gestaltet ist. Diskriminierung wird nicht als zufälliges Fehlverhalten, sondern als strukturelles Problem verstanden, das schon in den Verfahren angelegt ist. Ausgehend von der Figur des Grundrechtsschutzes durch Verwaltungsverfahren entwickelt der Autor ein theoretisch und dogmatisch fundiertes Konzept, das die Gleichheitsgarantie in die prozedurale Dimension des Verwaltungsrechts einbettet. Diskriminierungsfreier Rechtsschutz beginnt demnach nicht erst bei der gerichtlichen Kontrolle. Im Mittelpunkt steht die Herleitung eines subjektiven, verfassungsrechtlichen Anspruchs auf diskriminierungsfreie Verfahrensgestaltung. Dieser Anspruch verpflichtet Verwaltung und Gesetzgeber, Verfahren so auszugestalten, dass strukturelle Diskriminierung verhindert wird, und erlaubt es Betroffenen, frühzeitig gegen Benachteiligungen vorzugehen. Ein Rechtsvergleich mit dem US-amerikanischen Due Process und dem europäischen „Recht auf gute Verwaltung“ zeigt, dass prozeduraler Gleichheitsschutz rechtsvergleichend anerkannt ist. Einfachgesetzlich liefert das Vergaberecht ein Beispiel für entsprechende Mechanismen. Der Autor diskutiert schließlich die prozessualen Voraussetzungen einer effektiven Durchsetzung, insbesondere über ein Verbandsklagerecht, und zeigt auf, wie das verfassungsrechtliche Gleichheitsversprechen praktisch wirksam werden kann.


Die Reihe Diversität und Gleichheit im Recht (DGR) untersucht die normativen, dogmatischen und institutionellen Dimensionen rechtlicher Gleichheits- und Differenzordnung. Sie fragt, wie das Recht gesellschaftliche Vielfalt kategorial konstituiert, adressiert und begrenzt – und in welchem Verhältnis Würde, Gleichheit und Freiheit zueinander stehen. Ziel der Reihe ist es, theoretische Grundlagen für einen diversitätssensiblen Rechtsdiskurs zu schaffen und Herausforderungen im rechtlichen Umgang mit Diskriminierung konstruktiv zu diskutieren. Die Reihe vereint Beiträge aus unterschiedlichen Bereichen der Rechtswissenschaft sowie aus benachbarten Disziplinen und richtet sich an ein wissenschaftliches Publikum ebenso wie an Rechtspraxis und Politik. Sie ist offen für Monographien, herausragende Qualifikationsschriften und thematisch geschlossene Sammelbände.